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| Kinderrechtepreis des VAK 2009 für Dierk Schäfer |
Der Kinderrechtspreis des Verbandes Anwalt des Kindes geht in diesem Jahr nach Bad Boll an Dierk Schäfer, Studienleiter an der Evangelischen Akademie. Zum 01. Februar 2009 scheidet Dierk Schäfer aus dem Amt.
Die Tagung: Deutschland - Rabenvaterland? war seine letzte Veranstaltung. |
Er wird für seinen langjährigen und engagierten Einsatz im Interesse der Kinder ausgezeichnet. Der Pfarrer und Tagungsleiter betreute unter anderem die Tagungsreihe „Kinderkram“, die sich für die Interessen von Kindern einsetzt, die von den Erwachsenen mit ihren eigenen Interessen oft übersehen werden.
Den Kinderrechtspreis überreichte Lutz Bode, Vorstandsmitglied im Verband Anwalt des Kindes Bundesverband, im Rahmen der Tagung „Deutschland – Rabenvaterland?“ in der Akademie Bad Boll.
Keine guten Schulnoten für Deutschland
Vierzehn Experten waren zum Bericht über die Lage der Kinder in Deutschland in die Evangelische Akademie Bad Boll gekommen. Was tut das Vaterland für seine Kinder bis sie, flügge geworden, etwas für ihr Land tun können? Ist Deutschland etwa ein Rabenvaterland? Dies bejahte Christoph Butterwegge, Soziologe an der Universität Köln, uneingeschränkt in seinem Vortrag „Arme Kinder, REICHES Deutschland“. Auch aus Sicht der Kirche, vorgetragen von Johannes Friedrich, Landesbischof in München, fällt die Beurteilung reichlich negativ aus. Glatt positiv punkten konnte Deutschland nur bei der Frage der Rechtsstellung der Kinder im internationalen Vergleich. Alle anderen Beiträge stellten Deutschland ein gebremst positives bis differenziert negatives Zeugnis aus, so zum Thema der Investitionen im Bildungsbereich, der Wirksamkeit von Jugendhilfe, dem Umgang mit Kinder- und Jugendkriminalität, der Familienpolitik und der Umsetzung der Kinderrechte. Immer wieder wurde auch aus dem Publikum die föderale Struktur der Bundesrepublik als hinderlich bis schädlich für die Förderung von Kindern beklagt.
Ist Deutschland ein Rabenvaterland? Der Tagungsleiter Dierk Schäfer bat die Fachleute nach ihren ausführlichen Stellungnahmen um eine knappe Antwort in den Schulnoten von 1 bis 5. Da eine 6 nicht vorgesehen war, kann man die Durchschnittnote „3 – 4“ nicht schmeichelhaft nennen. Zudem berücksichtigt diese Benotung die Lage aller Kinder. Es gibt also neben vielen Kindern, denen es gut geht, eindeutig zu viele, deren Lage mangelhaft ist, zu viele, die unser Land als Rabenvaterland erleben und keine guten Zukunftsaussichten haben. Hier müssen wir investieren, bevor Kosten entstehen. Doch auch ohne die Kosten-Nutzen-Rechnung, die Axel Plünnecke vom Institut für Deutsche Wirtschaft überzeugend präsentierte, sollte uns klar sein, daß Kinder keinen Wert, sondern Würde haben und uns deshalb etwas wert sein sollten, so Dietmar Mieth von der Universität Tübingen. |
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